Tipps für die Saatgut-Ernte

Die Haupterntesaison im Kräuteranbau ist vorbei. Bis Mitte September werden generell Kräuter geerntet und verarbeitet. Da sich danach die Pflanze beginnt zurückzuziehen und somit auch der Gehalt an Inhaltsstoffen abnimmt. Bei mir wird meistens Ende September daraus, da ich nicht so schnell bin. Vor allem wenn es ein sonniger September ist, nutze ich noch diese Tage um meine Vorratskammer aufzufüllen.

Alles was danach wächst lassen wir der Natur. Diese „Ernte“ wird von den Tieren als Wintervorrat gebraucht. Vielen Nützlingen und ihren Larven dienen die Kräuter als Nahrung. Wenn der erste Frost den oberirdischen Teil der Pflanzen in den Winterschlaf befördert, bleiben die abgestorbenen Stiele stehen und kleine Tiere und Mikroorganismen nutzen diese als Versteck. Auch der Boden bleibt so bedeckt, da diese Teile eine schützende Decke bilden.

Ein weiterer Grund dafür, die Kräuter nicht mehr zu beernten ist, dass diese beschädigt werden und diese Verletzungen nicht anständig trocknen können. Dadurch ensteht ein Risiko für Krankheiten (Pilze, Bakterien & Co) und das schwächt die Pflanze.

Bevor wir den Kräutergarten aber komplett in den Winterurlaub schicken, müssen wir schon an das nächste Jahr denken und uns um die Vermehrung kümmern. Das Saatgut wird geerntet. Ringelblume, Speisechrysantheme, Schnittknoblauch, Perilla, Fenchel, Kümmel, usw. Eine Vielzahl an Kräutern bildet Saatgut aus. Wenn man den Anbau im kommenden Jahr etwas kontrolliert angehen will, ist es unumgänglich Saatgut zu gewinnen. Damit werden im kommenden Frühjahr frische Pflanzen gezogen und dann eingepflanzt. Alternativ kann man es der Natur auch selbst überlassen. Bei dieser Methode ist nur wichtig, dass man nicht sofort losjätet, sobald das erste Pflänzchen aus der Erde sprießt, weil man sonst eventuell den Nachwuchs zu schnell entsorgt. Ist mir auch schon passiert…

Hier der Erntevorgang beim Schnittknoblauch:

Saatgutgewinnung bei Schnittknoblauch
Als erstes werden die Samenstände abgeschnitten.
Saatgutgewinnung bei Schnittknoblauch
Danach werden die Samen aus den Kapseln gerebelt.
Saatgut Schnittknoblauch
Das Saatgut wird von allen unerwünschten Bestandteilen befreit und dann in beschrifteten Papiersäckchen verpackt.

Tipps zur Saatguternte und -lagerung:

  • Saatgut nur an trockenen Tagen ernten.
  • Die Samen auf einem flachen Teller oder Tablett auflegen, damit alle kleinen Tierchen flüchten können.
  • Das gereinigte Saatgut in einem vollständig beschrifteten Papiersäckchen an einem trockenen Platz aufbewahren.
  • Was schreibt man aufs Päckchen? Name, Datum der Ernte, sind die Mindestanforderung. Die Profis führen Buch über die besonderen Bedürfnisse der Pflänzchen, bzw. über Erfahrungen beim Anbau (was hat gut funktioniert, was nicht so).
  • Saatgut immer sofort beschriften, weil man bei vielen ähnlichen Samen den Überblick recht schnell verliert.

Für mich ist diese Zeit immer eine ganz Besondere, weil ich weiß, dass das Gartenjahr bald zu Ende ist und auch ich mich in den Winterurlaub verabschieden darf. Ruhe tut allen gut, dem Garten und dem Menschen auch. 😉

Eure Barbara

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